Mineralwurzel beleuchtet, welchen Beitrag Calcium zur normalen Blutgerinnung leistet. Wissenschaftlich geprüfte Informationen auf Grundlage europäischer Gesundheitsangaben.
Leitfaden lesenDie Blutgerinnung, auch Hämostase genannt, ist ein lebenswichtiger physiologischer Vorgang, der den Körper vor unkontrolliertem Blutverlust schützt. Sobald ein Blutgefäß verletzt wird, setzt der Organismus eine Kaskade biochemischer Reaktionen in Gang, die letztlich zur Bildung eines stabilen Wundverschlusses führen.
Man unterscheidet dabei die primäre Hämostase, bei der Blutplättchen (Thrombozyten) an der verletzten Gefäßwand anhaften und einen vorläufigen Pfropf bilden, von der sekundären Hämostase, bei der das Fibrinogen-Netzwerk den Verschluss dauerhaft festigt. Beide Phasen erfordern spezifische Kofaktoren — darunter bestimmte Mineralien.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat wissenschaftliche Gutachten zur Funktion von Calcium im Kontext der Blutgerinnung erstellt. Auf dieser Grundlage hat die EU-Kommission eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe veröffentlicht.
Calcium verfügt über eine von der EU zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zur normalen Blutgerinnung.
Calcium-Ionen (Ca²⁺) sind an mehreren Schritten der Gerinnungskaskade beteiligt. Sie ermöglichen die Aktivierung verschiedener Gerinnungsfaktoren und die Bindung dieser Faktoren an Phospholipidoberflächen. Ohne ausreichende Calcium-Ionen kann die Umwandlung von Prothrombin zu Thrombin nicht korrekt ablaufen.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die EFSA hat die Datenlage zu Calcium und Blutgerinnung systematisch bewertet. Der daraus resultierende Health Claim wurde gemäß der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 in die Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben aufgenommen. Der tägliche Referenzwert für Calcium liegt gemäß EU-Verordnung 1169/2011 bei 800 mg.
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
Die Fähigkeit des Blutes, bei Verletzungen zu gerinnen, gehört zu den grundlegenden Schutzmechanismen des menschlichen Körpers. Die Blutgerinnung erfüllt dabei mehrere Aufgaben:
Der Gerinnungsprozess umfasst mehr als ein Dutzend verschiedene Gerinnungsfaktoren, die in einer genau abgestimmten Reihenfolge aktiviert werden. Calcium ist als Faktor IV ein fester Bestandteil dieser Kaskade und an mehreren Aktivierungsschritten beteiligt.
Die Blutgerinnung verläuft über zwei Wege — den intrinsischen und den extrinsischen Weg — die beide in der gemeinsamen Endstrecke münden. In beiden Wegen sind Calcium-Ionen als Kofaktoren beteiligt. Ohne Calcium können die Gerinnungsfaktoren VII, IX und X nicht an die Phospholipidmembranen binden, die für ihre Aktivierung erforderlich sind.
In der gemeinsamen Endstrecke katalysiert der Prothrombinase-Komplex die Umwandlung von Prothrombin (Faktor II) zu Thrombin. Auch dieser Schritt ist calciumabhängig. Thrombin spaltet daraufhin Fibrinogen zu Fibrin, das sich zu einem stabilen Netzwerk vernetzt und den endgültigen Wundverschluss bildet.
Calcium ist das häufigste Mineral im menschlichen Körper. Etwa 99 % des körpereigenen Calciums befinden sich in Knochen und Zähnen. Das verbleibende 1 % zirkuliert im Blut und in den Weichteilen, wo es für die Signalweiterleitung, Muskelkontraktion und eben die Blutgerinnung benötigt wird.
„Calcium trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Milchprodukte, grünes Blattgemüse, Mandeln und bestimmte Mineralwässer zählen zu den natürlichen Calciumquellen. Der tägliche Referenzwert für Calcium liegt gemäß EU-Verordnung bei 800 mg.
Die Calciumresorption findet hauptsächlich im Dünndarm statt und wird durch Vitamin D begünstigt. Oxalsäure (in Spinat und Rhabarber) und Phytinsäure (in Getreide und Hülsenfrüchten) können die Aufnahme reduzieren, da sie Calcium binden. Eine abwechslungsreiche Ernährung, die verschiedene Calciumquellen umfasst, begünstigt eine angemessene Versorgung.
Ausführliche Informationssammlung zu Calcium und der normalen Blutgerinnung — basierend auf EU-zugelassenen Angaben.
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